Report "Künstliche Intelligenz – Perspektiven auf kommunaler Ebene und der Status quo in Essen"

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Wirtschaftsmetropole Essen

Schon 845 begann mit dem vom Heiligen Altfrid, Bischof von Hildesheim, gegründeten Frauenstift die Geschichte des Standorts Essen. Mit der Industrialisierung wuchs die Stadt und war eines der wichtigsten Zentren der Montanindustrie in Deutschland. Nach dem Rückgang der Schwerindustrie entwickelte sich der Dienstleistungssektor zu einer tragenden Säule der Essener Wirtschaft. Heute ist Essen mit rund 590.000 Einwohnern eine der größten Städte Deutschlands und potenter Wirtschaftsstandort im Herzen des 5,1 Millionen Einwohner starken Ballungsraumes Metropole Ruhr.

Der Standort Essen bietet hervorragende Rahmenbedingungen für Unternehmen und Investitionen. Essen ist Top-Wirtschaftsstandort mit zahlreichen Konzernen, einem leistungsfähigen und international ausgerichteten Mittelstand, sechs Hochschulen und rund 25 Forschungseinrichtungen, internationalen Leitmessen, starken High-Tech-Branchen und einer hervorragenden Infrastruktur.

Als geographisches Zentrum ist Essen Verkehrsknotenpunkt: Innerhalb einer Reisezeit von einer Stunde erreichen mehr als 11 Millionen Menschen den Standort mit dem Auto und mehr als 9 Millionen Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die zentrale Lage garantiert die Nähe zu leistungsfähigen Zulieferern und Kunden sowie die Verfügbarkeit von Fachkräften.

Die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes zeigt sich in zahlreichen Unternehmensansiedlungen und dem stetigen Wachstum der Wirtschaftsleistung.

Starke ökonomische Dynamik

Die aktuellsten Angaben der Statistischen Ämter der Länder zeigen: Im 5-Jahres-Zeitraum von 2014 bis 2019 nahm in Essen die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft zu. Das Bruttoinlandsprodukt ist seit dem Jahr 2014 um 14,5 Prozent gestiegen und liegt im Jahr 2019 bei rund 26,2 Milliarden Euro.

Betrachtet man die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes je Erwerbstätigen im Zeitraum 2014 bis 2019 so kann Essen ebenfalls weiter zulegen. So stieg das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen in Essen seit dem Jahr 2014 um 6.737 Euro und liegt im Jahr 2019 bei 77.357 Euro.

Attraktives Arbeitsmarktzentrum

Mit der positiven Wirtschaftsentwicklung steigt auch die Zahl der Erwerbstätigen in Essen. Die aktuellste Zahl der Erwerbstätigen bezieht sich auf das Berichtsjahr 2020. In diesem Jahr arbeiteten 343.331 Erwerbstätige in Essen, das sind 12.758 Menschen mehr als noch im Jahr 2015, was einer Steigerung von 3,9 Prozent entspricht. 86,5 Prozent der Erwerbstätigen sind in Essen im Dienstleistungsbereich tätig, der seit dem Jahr 2015 einen Zuwachs von 12.390 Erwerbstätigen (+ 4,4 Prozent) verzeichnet. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entwickelt sich positiv: Im Juni 2021 waren 255.006 SV-Beschäftigte in Essen tätig – eine Steigerung von 16.042 SV-Beschäftigten (+ 6,7 Prozent) im Vergleich zu Juni 2016. Damit behauptet Essen weiterhin seine Stellung als attraktiver und größter Arbeitsplatzstandort im Ruhrgebiet.

Dienstleistungsstandort

85,0 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Essen arbeiten im Dienstleistungssektor.

Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit akademischem Abschluss liegt bei 21,0 Prozent – und damit ebenfalls weit über dem NRW-Durchschnitt.

Der hohe Grad der Tertiärisierung und die damit einhergehende hohe Anzahl von Bürobeschäftigten wirken sich auf die Größe des Büroflächenbestandes aus. Essen ist der bedeutendste Bürostandort in der Region.

Stadt der Konzerne

Der Wirtschaftsstandort Essen ist Heimat für viele der umsatzstärksten deutschen Unternehmen. Mit E.ON, RWE und Brenntag haben drei DAX-Konzerne und mit thyssenkrupp und Evonik zwei MDAX-Konzerne ihren Hauptsitz in Essen. Hinzu kommen mit ALDI Nord, HOCHTIEF, Schenker, NOWEDA, DEICHMANN, STEAG, Galeria Karstadt Kaufhof, FUNKE MEDIENGRUPPE und MEDION weitere Unternehmen, die national und international zu den großen Playern gehören.

Industriestandort

Essen verfügt über einen starken industriellen Kern, der insbesondere durch das Baugewerbe, die Energiewirtschaft, die Metall- und Elektroindustrie und den Maschinen- und Anlagenbau geprägt wird.

Rund 200 Industrieunternehmen und produzierende Handwerksbetriebe mit jeweils 20 und mehr Beschäftigten sind in Essen beheimatet. Insgesamt beschäftigt das Produzierende Gewerbe rund 45.900 Erwerbstätige, davon rund 38.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Die am Standort ansässigen Industrieunternehmen tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Wertschöpfung in Essen bei. Die industrielle Bruttowertschöpfung macht rund 20 Prozent der Gesamtwertschöpfung in Essen aus. Neben international ausgerichteten DAX-Konzernen und weiteren großen Unternehmen von Weltrang wie beispielsweise thyssenkrupp AG, Evonik Industries AG, HOCHTIEF AG, RWE AG und STEAG GmbH ist die Industrie in Essen mittelständisch geprägt. Auch die mittelständischen Unternehmen, wie zum Beispiel Optek-Danulat GmbH, FRIGOBLOCK Großkopf GmbH, Schwarzer Precision GmbH & Co.KG und cph Deutschland Chemie GmbH agieren erfolgreich in internationalen Märkten.

In Essen ist die Industrie treibende Kraft für die Entwicklung weiterer Zukunftsbranchen und neuer Leitmärkte wie Gesundheit, IuK-Technologien, Energietechnik und Ressourceneffizienz. Auch wenn der Dienstleistungsbereich der um ein Vielfaches größere Sektor in Essen ist, prägt die Industrie mit ihrer hohen Produktivität wesentlich die Wertschöpfung in Essen.

Ausgewogener Branchenmix

Starker und bedeutender Wirtschaftsfaktor vor Ort ist die Energiewirtschaft, aber auch die Gesundheitswirtschaft mit rund 48.800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Insgesamt sind in Essen Wachstums- und Zukunftsbranchen stark vertreten. Das gilt insbesondere für die Energieversorgung, das Grundstücks- und Wohnungswesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, unternehmensbezogene Dienstleistungen, sonstige wirtschaftliche sowie öffentliche und private Dienstleistungen, Information und Kommunikation, das Baugewerbe und das Gastgewerbe. Kurzum: Essen besitzt mit seinen Zukunfts- und Wachstumsbranchen eine gute Branchenstruktur.