Digitale Chancen für den Standort Essen

V.l.: Prof. Dr. Pedro José Marrón (Universität Duisburg-Essen), Dirk Pessarra (neomatt GmbH), Christian Hövelhaus (ES FOR IN S.E.), Dr. Dietmar Düdden (EWG), Dr. Reinhold Achatz (Technologiechef der ThyssenKrupp AG), Garrelt Duin (Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen), Reinhard Paß (Oberbürgermeister der Stadt Essen) und Jochen Fricke (EWG). Foto: EWG

Am Donnerstag empfingen Reinhard Paß, Oberbürgermeister der Stadt Essen, und Dr. Dietmar Düdden, Geschäftsführer der EWG – Essener Wirtschaftsförderung, Wirtschaftsminister Garrelt Duin im ComIn. Gemeinsam mit Vertretern von digitalen Startups, von Industrie und Hochschule stellten Paß und Düdden die Herausforderungen und Chancen für Essen als möglichen Standort für einen DWNRW-Hub dar, also für ein vom NRW-Wirtschaftsministerium mit Fördergeldern unterstütztes Kompetenzzentrum der digitalen Wirtschaft.

Mit dieser und weiteren Maßnahmen im Rahmen der Strategie „Digitale Wirtschaft NRW“ (DWNRW) will die Landesregierung den digitalen Wandel in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft unterstützen. Die von Wirtschaftsminister Garrelt Duin gestartete Initiative „Digitale Wirtschaft NRW“ hat zur Aufgabe, die digitale Wettbewerbsfähigkeit für die klassische Industrie und den Mittelstand zu thematisieren, die digitale Innovationskraft über die Förderung von Startups zu unterstützen und die digitalen Synergien zwischen den Geschäftsmodellen der klassischen Industrie und den innovativen Startups aufzuzeigen. Das Leitmotiv, das Minister Duin auch während des Pressegespräches herausstellte, lautete: Köpfe, Kapital und Kooperationen für mehr digitale Geschäftsprozesse und -modelle in NRW.

Die DWNRW-Hubs sollen die Akteure und deren Engagement vor Ort unterstützen, insbesondere E-Startups als wesentliche Innovationstreiber für digitale Geschäftsprozesse und -modelle, den Mittelstand und die Industrie. Bis zu fünf regionale Zentren für die Digitale Wirtschaft in NRW sollen gefördert werden. Will Essen an dem für 2016 geplanten Förderwettbewerb teilnehmen, gibt es noch Einiges zu tun. Klar ist dabei, dass zur Vorbereitung einer möglichen Bewerbung, die Essener Institutionen eng mit der Wirtschaft zusammenarbeiten müssen, ein Konsortium gebildet und die Kofinanzierung stehen muss. Neben der finanziellen Ausstattung erfordert das insbesondere auch personelle Ressourcen.

Bei einer Bewerbung kann Essen aber auch mit bereits Vorhandenem punkten. „Mit den ausbaufähigen Strukturen wie ETEC, ComIn, IT-Netzwerken, Messen und Kongressen wie der E-world energy & water, der FOM und der Universität Duisburg-Essen mit ihren Informatikern und Wirtschaftsinformatikern verfügen wir über gute Grundlagen für eine Bewerbung“, so Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß. Chancen sahen die Beteiligten zudem in der Wirtschaftsstruktur von Essen. Dazu EWG-Geschäftsführer Dr. Dietmar Düdden: „Insbesondere die starken Essener Branchen wie der Bereich Medizin und Gesundheit sowie die Energiewirtschaft bieten ein großes Potenzial, um einen erfolgreichen digitalen Verbund von Forschung, Startups, KMUs und Konzernen zu bilden.“

In diesem Zusammenhang wies Dr. Reinhold Achatz, Technologiechef der ThyssenKrupp AG und vormals Mitglied des Beirates Digitale Wirtschaft NRW, darauf hin, dass sich die klassische Industrie in der digitalen Welt enorm wandele und deshalb offen für die Zusammenarbeit mit E-Startups sei: „Voraussetzung für den Erfolg ist es, dass E-Startups und Industrieunternehmen die gleiche Sprache sprechen, d.h. dass auch bei der Industrie ein digitales Verständnis vorhanden sein muss.“ Damit die digitalen Startups sich entwickeln können, bedürfe es einer Universität am Standort, betonte Prof. Dr. Pedro José Marrón, Professor für Networked Embedded Systems / Pervasive Computing an der Universität Duisburg‐Essen: „Hochschulen sind Knowhow-Träger und zudem wichtig für das Personalrecruiting. Für mein Unternehmen Locoslab, eine Ausgründung der Universität Duisburg-Essen, konnte ich junge, hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter direkt an der Uni finden.“

Diesen Vorteil sieht auch Christian Hövelhaus, CEO und Vorstand der ES·FOR·IN SE (Energy Services for Industry), die 2014 als europäische Aktiengesellschaft mit Geschäftssitz in Essen als Energieoptimierungsplattform vom Management und industriellen Anteilseignern für energieintensive Industriekunden gegründet wurde. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Energie-Einsatzoptimierung mittels spezieller Software für den internationalen Energiehandel und für die Optimierung riesiger Datenmengen seiner Kunden. Neben den hochqualifizierten Nachwuchskräften für die digitale Wirtschaft und der Nähe zur Industrie spielt bei der Ansiedlungsentscheidung von E-Startups auch die geografische Lage von Essen inmitten einer der größten europäischen Ballungsräume eine ausschlaggebende Rolle. So wie für Dirk Pessarra, der seit 2011 mit seinem Unternehmen neomatt GmbH im ComIn ansässig ist und mit seinem Team Firmen bei der Portierung von Lösungen für die mobile Nutzung berät und diese auch entwickelt: „In Essen habe ich hervorragende Infrastrukturen vorgefunden.“

Fazit: Essen hat als Digitalstandort großes Potenzial und den Besuch des Ministers genutzt, um gemeinsam mit Playern der Digitalbranche, der Industrie und der Hochschule zu zeigen, dass der Standort gut positioniert ist.

HERAUSGEBER:

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Fax: 0201 / 82024-92
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