Violette Perspektive für den Essener Büromarkt

Hier wird gebaut: In der Essener City entsteht die neue Zentrale der Schenker AG, die eines der 50 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland ist und ihren Hauptsitz in Essen hat. Foto: EWG

Der Essener Büromarkt überzeugt in der ersten Jahreshälfte mit einem soliden Ergebnis. Der Flächenabsatz liegt bei insgesamt 49.000 Quadratmetern. Damit erreicht die Absatzleistung nicht den Halbjahreswert aus 2013, was jedoch vor dem Hintergrund des hohen letztjährigen Gesamtergebnisses von 130.400 Quadratmetern nicht weiter verwundert. Auch an anderen Standorten, ob nun Frankfurt oder Düsseldorf, startete der Büromarkt bis zur Jahresmitte 2014 eher verhalten und notierte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufige Ergebnisse.

Dabei war die Zahl der in Essen bis zum 30. Juni 2014 abgeschlossenen Mietverträge nicht einmal gering. Die EWG – Essener Wirtschaftsförderung registrierte 55 Deals. Anders als im Vorjahr fehlen dem Essener Büromarkt aber zurzeit noch die Großabschlüsse von über 10.000 Quadratmetern, die das Absatzergebnis in die Höhe treiben könnten. Während in 2013 allein vier Großabschlüsse mit insgesamt 48.800 Quadratmetern das Fundament für das überdurchschnittliche Absatzergebnis des Jahres bildeten, umfasst die größte Fläche, die im ersten Halbjahr 2014 angemietet wurde, rund 8.900 Quadratmeter. Mieter dieser Fläche im Bamler Servicepark ist die Open Grid Europe, eine unabhängige Netzbetreibergesellschaft, die Erdgastransporte und damit verbundene Dienstleistungen anbietet.

Weitere größere Deals gehen auf das Konto der Stiftung Mercator und der GFKL. Die Stiftung Mercator, eine private Stiftung, die Wissenschaft, Bildung und internationale Verständigung fördert, wird zukünftig das ca. 6.200 Quadratmeter große Bürogebäude in der Huyssenallee 36 – 38 im Essener Südviertel belegen. Die bislang im einstigen Iduna-Hochhaus ansässige GFKL Financial Services AG, einer der führenden Dienstleister für Forderungsmanagement, mietete eine Fläche von rund 6.000 Quadratmeter im Neubau des EUROPA-CENTER an der Kruppstraße und hat sie bereits bezogen. Neben diesen Abschlüssen verzeichnete die EWG in der Größenklasse zwischen 2.001 und 10.000 Quadratmetern keine weiteren Anmietungen. Der Anteil der Fremdvermietung am gesamten Büroflächenabsatz fällt dabei für den traditionell stark von Eigennutzern geprägten Essener Büromarkt recht hoch aus. Auf die Fremdvermietung entfallen im ersten Halbjahr 80,2 Prozent bzw. 39.300 Quadratmeter des Büroflächenabsatzes.

Betrachtet man den Büroflächenabsatz hinsichtlich der nachfragenden Branchen zeigt sich, dass die Essener Top-Branchen wie die Energiewirtschaft und die wissensintensiven Dienstleistungen die Nachfrage nach Büroflächen stark prägen. Neben der Nachfrage des Bereichs „Öffentliche Hand/ Verbände/Vereine“ (ca. 20,4 Prozent bzw. 10.000 Quadratmetern) führt die Branche „Energie/Umwelt“ mit ca. 19,4 Prozent bzw. 9.500 Quadratmetern das Ranking an. Den dritten Platz belegt mit 15,3 Prozent bzw. 7.500 Quadratmetern der Bereich „Banken/ Finanzdienstleistungen/ Versicherungen“. Ohnehin ist die Zahl der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor in Essen mit 1,3 Prozent erneut gestiegen, während die Beschäftigtenzahl im produzierenden Gewerbe sank. 273.100 Beschäftigte arbeiten mittlerweile im tertiären Sektor. Das ist ein Anteil von 85,5 Prozent. Mit insgesamt 319.600 Erwerbstätigen gehört Essen mit Köln und Düsseldorf zu den Standorten mit den meisten Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen. Neben diesem Superlativ kann Essen auch mit dem größten Büromarkt des Ruhrgebiets aufwarten. Der Bestand an Büroflächen beträgt zum 30. Juni des Jahres 3,81 Millionen Quadratmeter BGF.

In Essen nachgefragt werden in erster Linie Büroflächen im Bereich Innenstadt/Südviertel. Dieser Teilmarkt vereint mit 48 Prozent fast die Hälfte des gesamten Büroflächenabsatzes auf sich und bleibt wie bereits in den letzten beiden Jahren die beliebteste Büromarktzone Essens. 28,4 Prozent des Absatzes entfallen danach auf die Bürozentren Nord, während der Bereich Rüttenscheid/Bredeney leicht abgeschlagen mit einem Anteil von 10,5 Prozent den dritten Platz belegt.

Wer in Essens Top-Bürolagen im südlichen Essener Stadtgebiet und im Bereich der Innenstadt Flächen in hochwertigen Neubauprojekten beziehen möchten, muss mit Spitzenmieten von bis zu 13,75 € pro Quadratmeter rechnen. Diese Flächen sind gefragt und das Angebot ist knapp. Die Bautätigkeit ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Zur Jahresmitte befinden sich rund 25.000 Quadratmeter BGF im Bau, von denen allerdings schon rund 23.000 Quadratmeter vergeben sind.

Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage wird dazu beitragen, dass die Spitzenmiete im Laufe des Jahres wieder leicht steigen und den Wert des Vorjahres von 14 € pro Quadratmeter erreichen könnte. Da aktuell noch einige größere Mietgesuche vorliegen, hält die EWG – Essener Wirtschaftsförderung die Chancen für ein erneut sechsstelliges beim Büroflächenabsatz in 2014 für gut. Ob das überdurchschnittliche rosige Ergebnis des letzten Jahres erreicht wird, steht noch in den Sternen. Eine violette Perspektive hat der Büromarkt aber allemal.

HERAUSGEBER:

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