Essener Wirtschaftsförderung zieht Bilanz: 2016 war ein erfolgreiches Jahr

Blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück: V. l.: Andreas Hill, Marina Heuermann, Berthold Leise, Claudia Peters, Dr. Dietmar Düdden, Jochen Fricke (alle EWG - Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH) und Martin Cornelsen (3. v. r., Geschäftsführer Cornelsen Umwelttechnologie GmbH). Foto: EWG
Blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück: V. l.: Andreas Hill, Marina Heuermann, Berthold Leise, Claudia Peters, Dr. Dietmar Düdden, Jochen Fricke (alle EWG - Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH) und Martin Cornelsen (3. v. r., Geschäftsführer Cornelsen Umwelttechnologie GmbH). Foto: EWG
Martin Cornelsen (r.), Geschäftsführer der Cornelsen Umwelttechnologie GmbH, präsentiert EWG-Geschäftsführer Dr. Dietmar Düdden das mobile PerfluorAd-System in Containerbauform zur Reinigung PFC-belasteter Wässer. Foto: EWG

Regelmäßig zu Beginn des Jahres lädt die EWG - Essener Wirtschaftsförderung zu ihrem Jahrespressegespräch, um über die von den Essener Wirtschaftsförderern erfolgreich abgeschlossenen Projekte des Vorjahres zu informieren. Auch im Jahr 2016 können sich die Ergebnisse sehen lassen.

In diesem Jahr präsentierte die EWG - Essener Wirtschaftsförderung ihre Ergebnisse bei der Cornelsen Umwelttechnologie GmbH. Das mittelständische Unternehmen mit Sitz im Gewerbepark Graf Beust plant, baut und betreibt Anlagen zur Reinigung von Wasser und Luft. Die EWG betreut Cornelsen bereits seit vielen Jahren. Sie unterstützte das Unternehmen unter anderem bei der Verlagerung des Unternehmenssitzes innerhalb Essens im Jahr 2001, ebnete den Zugang zu regionalen und nationalen Netzwerken der Umweltwirtschaft und öffnete Türen zu Wissenschaft, Verwaltung und weiteren Unternehmen der Umweltwirtschaft.

Durch die Betreuung und Unterstützung ansiedlungswilliger und bereits in Essen ansässiger Unternehmen bei der Verwirklichung von Expansions-, Restrukturierungs- oder Investitionsprojekten trägt die Essener Wirtschaftsförderung dazu bei, die wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung Essens zu stärken sowie Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen. Auch im letzten Jahr fielen die Ergebnisse dieser Tätigkeit wieder äußerst positiv aus.

EWG sichert und schafft insgesamt 2.500 Arbeitsplätze in Essen

Im Jahr 2016 konnten durch die von der EWG - Essener Wirtschaftsförderung betreuten 132 Projekte insgesamt 2.501 Arbeitsplätze in Essen gesichert und neu geschaffen werden. Dabei hat insbesondere die Bedeutung der Bestandspflege, also die Betreuung von ortsansässigen Unternehmen, im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: In diesem Bereich schlossen die Essener Wirtschaftsförderer 92 Projekte ab. Im Jahr 2015 waren es 75 Projekte. Die Zahl der gesicherten und neuen Arbeitsplätze bei den von der EWG betreuten Essener Unternehmen ist gegenüber 2015 gestiegen – und zwar um 136 Arbeitsplätze. So wurden durch das Engagement der Essener Wirtschaftsförderung 2.127 Arbeitsplätze bei Essener Unternehmen gesichert und geschaffen.

Bezogen auf die Neuansiedlungen im Jahr 2016 ist das Ergebnis gegenüber 2015 zurückgegangen. Grund dafür ist die Sondersituation des Jahres 2015 mit ihren großen Neuansiedlungen. Im letzten Jahr wurden dennoch 374 Arbeitsplätze durch Unternehmen, die ihren Sitz nach Essen verlagert haben, hinzugewonnen. Das sind 560 Arbeitsplätze weniger als noch im Vorjahr.

Trotz des Rückgangs der Arbeitsplätze im Bereich der Neuansiedlungen liegt die Gesamtzahl von 2.501 gesicherten und neu geschaffenen Arbeitsplätzen in 2016 weit über dem Durchschnitt von 1.760 der Jahre 2011 bis 2015. Die Arbeit der Essener Wirtschaftsförderer hat in den letzten sechs Jahren (2011 bis 2016) dazu beigetragen, mehr als 11.300 Arbeitsplätze in Essen zu sichern und zu schaffen.

Investitionen ansässiger Unternehmen steigen

Mit den von der EWG - Essener Wirtschaftsförderung betreuten Projekten in den Bereichen Bestandspflege und Neuansiedlungen waren Investitionen in Höhe von rund 85,5 Millionen Euro am Standort Essen verbunden. Auch hier zeigt sich die hohe Relevanz der Bestandspflege: Durch die 92 Projekte in diesem Bereich wurden Investitionen von rund 66 Millionen Euro ausgelöst. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund 23,4 Millionen Euro. Rund 19,5 Millionen Euro der gesamten Investitionen in 2016 entfielen auf von der EWG betreute Neuansiedlungs-Projekte.

Insgesamt war damit in den Jahren 2011 bis 2016 ein Investitionsvolumen von rund 736 Millionen Euro verbunden.

Fördermittel in Millionenhöhe

Ob Investitionen in Betriebsmittel, Innovationen, Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz oder Beratungsleistungen – die Essener Wirtschaftsförderung betreute im letzten Jahr 28 Förderprojekte und half Unternehmen, im Dschungel der Förderprogramme das passende Finanzierungsinstrument zu finden. Damit gingen öffentliche Fördermittel und Zuschüsse in Höhe von insgesamt rund 1,05 Millionen Euro für die antragstellenden Unternehmen einher – fast doppelt so viel wie im Jahr 2015.

Gewerbliche Grundstücksflächen

Im Jahr 2016 verkaufte und vermittelte die Essener Wirtschaftsförderung 12 gewerblich nutzbare Grundstücksflächen in einer Gesamtgröße von rund 7,2 Hektar. Das sind rund 2,2 Hektar mehr im Vergleich zum Vorjahr.

EWG trägt zur Stärkung der Wirtschaftskraft bei

Die Stärkung der Wirtschaftskraft und die Sicherung und der Ausbau von Arbeitsplätzen am Standort Essen gehören zu den Kernaufgaben der Essener Wirtschaftsförderung. Mit ihren Tätigkeiten leistet sie einen Beitrag zur Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Hierbei besticht Essen durch eine herausragende Dynamik, wie die aktuellsten Angaben der Statistischen Ämter der Länder zeigen: Im 10-Jahres-Zeitraum von 2004 bis 2014 nahm in Essen die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft enorm zu. Das Bruttoinlandsprodukt ist seit dem Jahr 2004 um 31,9 Prozent gestiegen und liegt im Jahr 2014 bei rund 25,5 Milliarden Euro. Im Vergleich der zehn größten Städte Deutschlands ist Essen damit der Standort mit der drittstärksten wirtschaftlichen Entwicklung. Berlin und München liegen mit einer Steigerung von 37,9 Prozent bzw. 32,4 Prozent vor Essen.

Betrachtet man indes die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes je Erwerbstätigen, behauptet sich Essen souverän und belegt mit einer Steigerung von 23,1 Prozent wie in den Vorjahren den ersten Platz. Mit großem Abstand und einer Steigerung von 18,4 Prozent folgt Berlin. In absoluten Zahlen heißt das: Seit dem Jahr 2004 stieg das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen in Essen um 14.717 Euro – so viel wie in keiner anderen Vergleichsstadt – und liegt im Jahr 2014 bei 78.370 Euro.

Mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit steigt auch die Zahl der Erwerbstätigen in Essen. Im Jahr 2014 arbeiteten 325.101 Erwerbstätige in Essen, das sind 21.529 Menschen mehr als noch vor zehn Jahren. 85,9 Prozent der Erwerbstätigen sind in Essen im Dienstleistungsbereich tätig, der einen Zuwachs von 28.793 Erwerbstätigen seit dem Jahr 2004 verzeichnet. Auch die aktuelle Angabe zur Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die sich auf Juni 2016 bezieht, zeigt Positives: Im Sommer des Vorjahres waren 238.374 SV-Beschäftigte in Essen tätig. Das sind 4.962 SV-Beschäftigte mehr als im Juni 2015. Damit behauptet Essen weiterhin seine Stellung als attraktiver und größter Arbeitsplatzstandort im Ruhrgebiet.

Digitalisierung bleibt wichtiges Thema

Zu den Themen, die die Essener Wirtschaftsförderung in Zukunft verstärkt auf die Agenda setzen wird, gehören Projekte im Bereich der Digitalisierung der Wirtschaft. Mit dem ruhr:HUB, dem Camp Essen, dem Projekt "Digital in NRW – Kompetenzzentren für den Mittelstand" und dem Breitbandausbau in Essen soll die digitale Wettbewerbsfähigkeit für die klassische Industrie und den Mittelstand vorangetrieben, die digitale Innovationskraft über die Förderung von Startups unterstützt und die digitalen Synergien zwischen den Geschäftsmodellen der klassischen Industrie, dem Mittelstand und Startups aufgezeigt und gefördert werden.


HINTERGRUNDINFORMATION

Cornelsen entwickelt mobiles Reinigungsverfahren für PFC-belastete Wässer

Ob in der Textilindustrie oder in der Lebensmittelverpackungsindustrie, ob in Haushaltsprodukten oder Feuerlöschmitteln – sogenannte PFC-Chemikalien werden aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften sowie ihrer großen Stabilität in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt.

Überall dort, wo PFC-haltige Produkte hergestellt, gebraucht oder entsorgt werden, besteht die Gefahr, dass sie in die Umwelt gelangen. Da PFCs als nicht abbaubar gelten, verbleiben sie für einen sehr langen Zeitraum in der Umwelt und können unter anderem zu nachhaltigen Verunreinigungen von Oberflächengewässern und Grundwässern führen.

Hier kommt die Cornelsen Umwelttechnologie GmbH ins Spiel. Sie plant, baut und betreibt Anlagen zur Reinigung PFC-belasteter Wässer. Da bisherige Methoden, wie beispielsweise das Verfahren der Adsorption an Aktivkohle, für die Reinigung von PFC-belasteten Wässern höchst unspezifisch und zudem aufwendig und sehr kostenintensiv sind, hat Cornelsen in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT aus Oberhausen ein innovatives Verfahren entwickelt, das eine einfachere, leistungsfähigere und kosteneffizientere Reinigung PFC-belasteter Abwässer, Feuerlöschwässer oder Grundwässer ermöglicht. Das Zauberwort heißt "PerfluorAd".

Und so funktioniert das Ganze: Der als bioabbaubar eingestufte Flüssigwirkstoff PerfluorAd wird innerhalb eines Behälters kontinuierlich dem PFC-kontaminierten Wasser hinzugefügt, wobei sich die Dosierung an der Konzentration der PFC orientiert. Durch die flüssige Form wird eine hohe Kontakthäufigkeit zwischen dem Wirkstoff und dem Schadstoff erreicht und dadurch eine optimale Situation für eine Bindung des Schadstoffes hergestellt, was zu einer Abtrennung bzw. zu einem Ausflocken der vorliegenden PFC-Verbindungen führt. Eine Filtrationseinheit entfernt die entstandenen Mikroflocken aus dem Wasser, die daraufhin ordnungsgemäß entsorgt werden.

Dieses neuartige PerfluorAd-Verfahren zur Behandlung PFC-verunreinigter Wässer wird sowohl in stationären als auch in mobilen Anlagen angewendet. Da mit Hilfe dieser Technologie bereits mit minimalen Wirkstoffmengen ein hoher Eliminationsgrad erzielt werden kann, benötigt die gesamte Aufbereitungsanlage nicht viel Platz – sprich: sie passt in einen normalen Container. Containeranlagen, in denen Cornelsen das PerfluorAd-System bereits eingebaut hat, können bei Bedarf sofort zur Verfügung gestellt werden. So können beispielsweise zurückgehaltene Löschwässer, die nach Brandereignissen oder bei Löschübungen anfallen, oder temporär entstandene industrielle Abwässer mit der mobilen PerfluorAd-Technologie schnell und direkt am Ort des Geschehens behandelt werden. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld, da auf den aufwendigen Aufbau großvolumiger Aktivkohlefiltereinheiten oder auf den Transport der mit PFC verunreinigten Wässer zu Hochtemperaturverbrennungsanlagen verzichtet werden kann.

Seit 2015 setzt Cornelsen das mobile PerfluorAd-System in Containerbauform ein. Zu den Kunden gehört unter anderem der Nürnberger Flughafen. Dort reinigt Cornelsen das mit PFC verunreinigte Grundwasser mithilfe einer mobilen PerfluorAd-Behandlungsanlage.

HERAUSGEBER:

EWG - Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH
Kennedyplatz 5
45127 Essen
Fon: 0201 / 82024-0
Fax: 0201 / 82024-92
E-Mailinfo@ewg.de
Internet: https://www.ewg.de

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