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Wirtschaftsmetropole Essen

Schon 845 begann mit dem vom Heiligen Altfrid, Bischof von Hildesheim, gegründeten Frauenstift die Geschichte des Standorts Essen. Mit der Industrialisierung wuchs die Stadt und war eines der wichtigsten Zentren der Montanindustrie in Deutschland. Nach dem Rückgang der Schwerindustrie entwickelte sich der Dienstleistungssektor zu einer tragenden Säule der Essener Wirtschaft. Heute ist Essen mit rund 590.000 Einwohnern eine der größten Städte Deutschlands und potenter Wirtschaftsstandort im Herzen des 5,1 Millionen Einwohner starken Ballungsraumes Metropole Ruhr.

Der Standort Essen bietet hervorragende Rahmenbedingungen für Unternehmen und Investitionen. Essen ist Top-Wirtschaftsstandort mit zahlreichen Konzernen, einem leistungsfähigen und international ausgerichteten Mittelstand, sechs Hochschulen und rund 25 Forschungseinrichtungen, internationalen Leitmessen, starken High-Tech-Branchen und einer hervorragenden Infrastruktur.

Als geographisches Zentrum ist Essen Verkehrsknotenpunkt: Innerhalb einer Reisezeit von einer Stunde erreichen mehr als 11 Millionen Menschen den Standort mit dem Auto und mehr als 9 Millionen Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die zentrale Lage garantiert die Nähe zu leistungsfähigen Zulieferern und Kunden sowie die Verfügbarkeit von Fachkräften.

Die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes zeigt sich in zahlreichen Unternehmensansiedlungen und dem stetigen Wachstum der Wirtschaftsleistung.

Starke ökonomische Dynamik

Die aktuellsten Angaben der Statistischen Ämter der Länder zeigen: Im 10-Jahres-Zeitraum von 2005 bis 2015 nahm in Essen die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft zu. Das Bruttoinlandsprodukt ist seit dem Jahr 2005 um 29,1 Prozent gestiegen und liegt im Jahr 2015 bei rund 24,2 Milliarden Euro. Im Vergleich der zehn größten Städte Deutschlands weisen Berlin, Köln, München und Stuttgart eine höhere Steigerung bei der wirtschaftlichen Entwicklung auf als Essen.

Betrachtet man die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes je Erwerbstätigen im Zeitraum 2005 bis 2015 so kann Essen ebenfalls weiter zulegen, obwohl der Standort im Vergleich der zehn größten deutschen Städte seinen Spitzenplatz der letzten Jahre einbüßt. Essen steht beim Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen im zehn Städte-Großstadtvergleich mit einer Steigerung von 18,9 Prozent nur noch an 6. Stelle, allerdings sind die Abstände zu den Städten, die das Ranking anführen, eher klein. So weisen Stuttgart mit 22,8 Prozent, Köln mit 20,7 Prozent und Berlin mit 19,8 Prozent nur geringfügig höhere Steigerungen auf als Essen. In absoluten Zahlen ausgedrückt stieg das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen in Essen seit dem Jahr 2005 um 11.704 Euro und liegt im Jahr 2015 bei 73.537 Euro.

Attraktives Arbeitsmarktzentrum

Mit der positiven Wirtschaftsentwicklung steigt auch die Zahl der Erwerbstätigen in Essen. Die aktuellste Zahl der Erwerbstätigen bezieht sich auf das Berichtsjahr 2015. In diesem Jahr arbeiteten 328.558 Erwerbstätige in Essen, das sind 25.940 Menschen mehr als noch im Jahr 2005, was einer Steigerung von 8,6 Prozent entspricht. 86,1 Prozent der Erwerbstätigen sind in Essen im Dienstleistungsbereich tätig, der seit dem Jahr 2005 einen Zuwachs von 31.934 Erwerbstätigen (+ 12,7 Prozent) verzeichnet. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entwickelt sich positiv: Im Juni 2017 waren 240.680 SV-Beschäftigte in Essen tätig – eine Steigerung von 29.585 SV-Beschäftigten im Vergleich zu Juni 2007. Damit behauptet Essen weiterhin seine Stellung als attraktiver und größter Arbeitsplatzstandort im Ruhrgebiet.

Dienstleistungsstandort

82,9 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Essen arbeiten im Dienstleistungssektor.

Insbesondere für Fachkräfte bietet der Standort eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. Der Anteil der Beschäftigten in der Informations- und Kommunikationswirtschaft und in den freiberuflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen liegt mit 4,6 Prozent bzw. 11,4 Prozent weit über dem NRW-Durchschnitt. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit akademischem Abschluss liegt bei 17,9 Prozent – und damit ebenfalls weit über dem NRW-Durchschnitt.

Der hohe Grad der Tertiärisierung und die damit einhergehende hohe Anzahl von Bürobeschäftigten wirken sich auf die Größe des Büroflächenbestandes aus. Essen ist der bedeutendste Bürostandort in der Region und macht seinem Namen als „Schreibtisch des Ruhrgebiets“ alle Ehre.

Stadt der Konzerne

Der Wirtschaftsstandort Essen ist Heimat für viele der umsatzstärksten deutschen Unternehmen. Mit RWE, thyssenkrupp und E.ON haben drei DAX-Konzerne und mit innogy, Evonik, HOCHTIEF und Brenntag vier MDAX-Konzerne ihren Hauptsitz in Essen. Hinzu kommen mit ALDI Nord, Schenker, NOWEDA, DEICHMANN, STEAG, Karstadt, MEDION und FUNKE MEDIENGRUPPE weitere Unternehmen, die national und international zu den großen Playern gehören. Global beschäftigen diese Konzerne weit über eine halbe Million Menschen und erwirtschaften einen Umsatz von insgesamt über 230 Mrd. €.

Industriestandort

Essen verfügt über einen starken industriellen Kern, der insbesondere durch das Baugewerbe, die Energiewirtschaft, die Metall- und Elektroindustrie und den Maschinen- und Anlagenbau geprägt wird.

Rund 200 Industrieunternehmen und produzierende Handwerksbetriebe mit jeweils 20 und mehr Beschäftigten sind in Essen beheimatet. Insgesamt beschäftigt das Produzierende Gewerbe ca. 45.400 Erwerbstätige, davon rund 40.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Die am Standort ansässigen Industrieunternehmen tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Wertschöpfung in Essen bei. Die industrielle Bruttowertschöpfung macht rund 20 Prozent der Gesamtwertschöpfung in Essen aus. Neben international ausgerichteten DAX-Konzernen und weiteren großen Unternehmen von Weltrang wie beispielsweise thyssenkrupp AG, Evonik Industries AG, HOCHTIEF AG, RWE AG, Ferrostaal AG und STEAG GmbH ist die Industrie in Essen mittelständisch geprägt. Auch die mittelständischen Unternehmen, wie zum Beispiel Optek-Danulat GmbH, FRIGOBLOCK Großkopf GmbH, Schwarzer Precision GmbH & Co.KG und cph Deutschland Chemie GmbH agieren erfolgreich in internationalen Märkten.

In Essen ist die Industrie treibende Kraft für die Entwicklung weiterer Zukunftsbranchen und neuer Leitmärkte wie Gesundheit, IuK-Technologien, Energietechnik und Ressourceneffizienz. Auch wenn der Dienstleistungsbereich der um ein Vielfaches größere Sektor in Essen ist, prägt die Industrie mit ihrer hohen Produktivität wesentlich die Wertschöpfung in Essen.

Ausgewogener Branchenmix

Starker und bedeutender Wirtschaftsfaktor vor Ort ist die Energiewirtschaft, aber auch die Gesundheitswirtschaft mit rund 44.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Insgesamt sind in Essen Wachstums- und Zukunftsbranchen stark vertreten. Das gilt insbesondere für die Energieversorgung, das Grundstücks- und Wohnungswesen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, unternehmensbezogene Dienstleistungen, sonstige wirtschaftliche sowie öffentliche und private Dienstleistungen, Information und Kommunikation, das Baugewerbe und das Gastgewerbe. Kurzum: Essen besitzt mit seinen Zukunfts- und Wachstumsbranchen eine gute Branchenstruktur.