Zwischenbilanz: 1000 Leben retten Ruhr: 140 Unternehmen machen mit
12.07.2011
Nach sechs Monaten können die Initiatoren von "Essen forscht und heilt" für ihre Initiative "1.000 Leben retten Ruhr" eine positive Bilanz ziehen: Bis zum heutigen Tag haben 63 von 140 Unternehmen mit der Projektumsetzung begonnen. Dabei wurden schon jetzt 21.008 Tests angefordert und bereits 8.584 ausgewertet. Fast sechs Prozent der ausgewerteten Tests (493) hatten ein "positives Ergebnis", also den Nachweis von Stuhlblut.
Das Projekt ist im Februar mit rund 50 Unternehmen und Institutionen gestartet. Heute füllen 140 Unternehmen aus 32 Kommunen und Landkreisen die Projektdatenbank. Schwerpunkt ist das Ruhrgebiet – allerdings sind auch Unternehmen aus den Regionen Münsterland, Ostwestfalen, Sauerland und der Rheinschiene vertreten.
Initiativkreis Ruhr wichtiger Partner
Zu den Teilnehmern gehören Großunternehmen wie ThyssenKrupp, E.ON, die TÜV-Nord-Gruppe oder die Duisburger Hafen AG, aber auch Mittelständler, wie der Sutter Telefonbuchverlag, die Straßenbahn Herne-Castrop-Rauxel GmbH oder die TOI TOI & DIXI Sanitärsysteme GMBH aus Heiligenhaus. Natürlich gibt es auch kleine und innovative Unternehmen wie die Herold Graphic & Industrial Design oder die Schönsteiner Kommunikation aus Wesel. Ebenfalls an Bord sind Institutionen wie das Ruhrbistum oder die Industrie und Handelskammer. Im Ranking der Unternehmen nimmt die ThyssenKrupp AG mit rund 10.000 angeforderten Tests (inkl. der Lebenspartner) Platz 1 ein. Manche Mittelständler, wie zum Beispiel der Sutter Telefonbuchverlag, zeichnen sich dadurch aus, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Testset bekommen haben. Schirmherren der Initiative sind neben Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß der aktuelle Initiativkreis-Moderator Bodo Hombach und sein Vorgänger Dr. Wulf H. Bernotat.
Prävention ab sofort auch für Privatleute möglich
Auf Wunsch der Projektschirmherren wird die Initiative ab dem 12.07.2011 auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es können also alle interessierten Bürger partizipieren, auch wenn sie nicht in einem der teilnehmenden Unternehmen beschäftigt sind. "Wenn alle mitmachen, dann sieht eine feige und gemeine Krankheit die Rote Karte. Die Gegend zwischen Herne und Velbert, Düsseldorf und Ennepe sollte zur No-go-Area für Darmkrebs werden", so das gemeinsame Ziel der Schirmherren. Die Kosten sind auch für den Einzelnen niedrig. Ein Beitrag von 8,50 Euro ist deutlich unter dem Fachhandelspreis für immunologische Stuhlbluttests und deren Auswertung.
Hintergrund der Initiative:
Die Initiative "1.000 Leben retten Ruhr" wurde am 10.02.2011 als Unternehmensnetzwerk für Darmkrebsprävention gegründet. Ziel ist es, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der teilnehmenden Unternehmen einen ersten und für die Mitarbeiter kostenlosen Zugang zur Darmkrebsfrüherkennung zu ermöglichen.
Darmkrebs gehört in Deutschland zu den zwei häufigsten Krebserkrankungen (auch bei den Sterbefällen). Rund 73.000 Krankheitsfälle pro Jahr und rund 26.000 Sterbefälle im gleichen Zeitraum sprechen eine klare Sprache und sind Indiz für die Richtigkeit einer breiten Darmkrebskampagne.
Sinnvoll sind gesellschaftlich basierende Initiativen auch deshalb, weil Darmkrebs bis zu fast 100% vermeidbar ist. Er entsteht an unterschiedlichen Stellen des Darms und seine Vorläufer sind so genannte Darmpolypen. Diese Darmpolypen entwickeln sich über mehr als fünf Jahre und können danach zu Krebs mutieren. Gelingt es nun, diese Polypen zu entdecken und zu beseitigen, ist die Gefahr von Darmkrebs gebannt.
Die effektivste Form, diese Polypen zu entdecken und zu beseitigen ist die Darmspiegelung, die bei gesetzlich Krankenversicherten aber erst ab dem 55. Lebensjahr finanziert wird.
Eine andere Form der Vorsorge ist ein immunologischer Stuhlbluttest, der eine sehr hohe Aussagesicherheit bei Erkennung von Stuhlblut hat. Die Sicherheit des Immocare-Testes liegt bei über 90%. Dieses Testverfahren ist über den Fachhandel zu beziehen, wird aber von den Kassen nicht bezahlt.
Hier setzt die Initiative "1.000 Leben retten Ruhr" an. Die teilnehmenden Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die anonyme Teilnahme an einem solchen Testverfahren an und finanzieren den Test. Sollte dabei ein "positiver" Fall, also der Nachweis von Stuhlblut, auftreten, kann der Getestete mit dem schriftlichen Ergebnis zur Befundabklärung einen Arzt seiner Wahl aufsuchen – selbstverständlich als Kassenleistung. Zum Testverfahren gehört auch ein Fragebogen, der es dem Mitarbeiter erlaubt, sein familiäres Risiko auf Krebserkrankungen zu testen. 30 % aller Darmkrebse sind genetisch bedingt.
Die Teilnahme zeigt ein hohes Sozialengagement der Unternehmen, es hilft, menschliches Leid im Kontext von Darmkrebserkrankungen zu verhindern und schützt gleichzeitig das eigene Unternehmen vor krankheitsbedingten Leistungs- und Know-how-Ausfällen beziehungsweise deren Kosten. Das Gesundheitssystem – und damit Beitragszahler und Staat – sparen zudem hohe Behandlungs- und Rehabilitationskosten.
Initiatoren:
Initiator ist die Arbeitsgemeinschaft "Essen forscht und heilt" in Kooperation mit dem Initiativkreis Ruhr sowie der Stiftung Lebensblicke. Die AG "Essen forscht und heilt" ist 1997 gegründet worden und vernetzt alle Essener institutionellen Anbieter von Medizin, Leistungsträgern und Gesundheitswirtschaft. Der Initiativkreis Ruhr ist das Unterstützer-Netzwerk der großen Unternehmen für das Ruhrgebiet. Die Stiftung Lebensblicke hat es sich zur Aufgabe gemacht, Initiativen gegen Darmkrebs und für Darmkrebsprävention auf vielfältige Art und Weise zu unterstützen.
Schirmherren:
Oberbürgermeister Reinhard Paß
Dr. Wulf H. Bernotat (Initiativkreis Ruhr)
Bodo Hombach (Moderator im Initiativkreis Ruhr)
Projekt-Ansprechpartner:
Winfried Book, Tel. 0201/ 8202477, winfried.book@ewg.de
Sponsoren und Partner:
Sparkasse Essen
Noweda eG
AOK Rheinland Hamburg
Evonik Industries
Herausgeber:
Initiativkreis Ruhr GmbH
Brunnenstraße 8
45128 Essen
Telefon: 0201 8966-60
Fax: 0201 8966-670
E-Mail: info@i-r.de
URL: www.i-r.de